Visualisierung

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Zweite Woche: Visualisierung lernen/üben

Momentan kann ich am Trainingsplan gut festhalten, habe in der letzten Woche alle Punkte aus dem letzten Post erfüllt und sogar noch etwas Endspiel und Taktiktraining eingebaut - aber dazu ein andern mal.

Da ich mich entschlossen habe nun doch eher von Chessable weg wieder hin zum Lernen mit Büchern zu gehen, ist Visualisierung gerade ein Thema, das mich sehr interessiert. Einerseits aus dem einfachen Grund, dass ich gerne auch abends im Bett oder in der Straßenbahn in Schachbüchern schmökern können würde, also in Situationen wo ich kein Brett zur Veranschaulichung dabei habe. Andererseits darum, da Visualisierung unbestritten natürlich auch sehr bei der Berechnung von Varianten während einer Partie hilft. Das ultimative Ziel wäre ganz klar irgendwann mal mit jemandem eine Blindpartie spielen zu können - aber das liegt noch in sehr weiter Ferne.

Koordinatenansicht auf lichess

Der einfachste und erste Schritt war, dass ich auf lichess die Option “Brettkoodinaten: Alle Felder auf dem Brett” aktiviert habe. Zusätzlich spreche ich bei meinen klassischen Partien auf lichess meinen jeweiligen Zug dann laut aus (bei einer online Partie mitzuschreiben geht mir - zumindest noch - etwas zu weit). Zuweilen kamen dabei Gedanken/Zweifel, ob ich das auf dem Level auf dem ich mich befinde überhaupt noch brauchen sollte - aber wenn ich ehrlich bin muss ich mir selbst einfach eingestehen, dass die Koordinaten vor meinem inneren Auge noch nicht so perfekt sitzen wie sie es tun sollten.

Partien zum Üben

In der Straßenbahn und auf längeren Fußwegen habe ich die letzte Woche mit folgenden Partien meine Visualisierung geübt und das hat auch schon ganz gut geklappt und tatsächlich ordentlich Spaß gemacht:

NN - Du Mont, Paris Casual Games Paris, 1802
1.f4 e5 2.fxe5 d6 3.exd6 Lxd6 4.g3 Dg5 5.Sf3 Dxg3+ 6.hxg3 ___________________# 0–1

Meek,Alexander Beaufort – NN, New Orleans New Orleans, 1855
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Sf3 d5 4.Sc3 dxe4 5.Sxe4 Lg4 6.De2 Lxf3 7.__________________# 1–0

Greco,Gioacchino – NN, Greco Europe, 1620
1.e4 b6 2.d4 Lb7 3.Ld3 f5 4.exf5 Lxg2 5.Dh5+ g6 6.fxg6 Sf6 7.gxh7+ Sxh5 8._______________# 1–0

Pillsbury,Harry Nelson – Fernandez, Blindsimultan Havana, 16.03.1900
1.e4 e5 2.Sc3 Sc6 3.f4 d6 4.Sf3 a6 5.Lc4 Lg4 6.fxe5 Sxe5 7.Sxe5 Lxd1 8.Lxf7+ Ke7 9._________# 1–0

Ziel ist es, die Partie in seinem Kopf so nachzuspielen, dass man dann den letzten Zug, der Matt setzt, benennen kann.

Die Beispiele habe ich auf einer Schulschach Website gefunden, auf der auch noch weitere Partien zu finden sind die in den nächsten Wochen auf mich warten: Hier gehts zum PDF mit den Übungen.

Desweiteren spiele ich momentan auch manchmal mit dem Koordinaten-Trainer auf Lichess herum, muss da aber erst einen zeitlichen Modus finden der mir zusagt, damit mir das wirklich Freude bereitet.

Wie weiter?

Weitere Ideen/Vorsätze bezüglich Visualisierungstraining sind:

  • mit dem Buch „Blindfold Endgame Visualisation“ zu beginnen, das mir der Autor davon, Martin B. Justesen, vor ein paar Jahren netterweise im Tausch für einen Schachkalender zukommen hat lassen.

  • OTB Partien spielen bei denen ich mitschreibe und die Partien zu Hause dann noch einmal im Kopf durchgehe